Airbrush - Was ist das ?

Was ist Airbrush?
Airbrush ist eine Technologie, die seit über 100 Jahren genutzt wird. Bereits 1890 lackierte ein Amerikaner Autokarossen auf diese Art und Weise. Bis heute hat diese Technologie nichts von ihrer Faszination verloren. Das Interesse an Airbrush steigt fast ebenso schnell wie das am Internet. Eine Vielzahl von Fachpublikationen und Messen beweisen dies. Auf einigen dieser Messen durfte ich selbst schon mein Können unter Beweis stellen. So war ich auf der Bühne des Internationalen Airbrush Forum in Castrop-Rauxel, bei der Airbrush Magic in der Schweiz oder in der Niebelungenhalle in Passau. Airbrush in's Deutsche übersetzt bedeutet so viel wie "Luftpinsel". Das klingt ungewöhnlich, trifft den Nagel aber genau auf den Kopf! Man malt ohne direkten Kontakt mit dem zu bemalendem Medium / Untergrund und hinterläßt folglich weder Pinselstriche noch Rollenabdrücke. Airbrush ist das einzige Verfahren, gezielt,  Farbe auf einen Untergrund zu bringen, ohne mit diesem in direkten Kontakt zu kommen. 
Mit dem "Luftpinsel" gelangt man in "jede Ecke" und so verwundert es nicht, daß neben den klassischen Medien, wie Leinwand oder Zeichenkarton auch immer häufiger Gegenstände wie Autos, Motorräder, Möbel oder Wände solcher Art bemalt werden. Ein weiterer Untergrund ist jedoch auch die menschliche Haut. Dieses einzigartigen Medium nennt sich Body-Painting und wird auch als lebendige Kunst bezeichnet das die bemalte Person sich auch bewegen kann und die Kunst an sich lebendig erscheint.



Wie funktioniert Airbrush?
Ganz einfach erleutert wird mitttels Druckluft die Farbe zu einem feinen Nebelstrahl zerstäubt. Die Druckluft kann von Kompressoren erzeugt werden oder von einer Druckluftdose. Das eigentliche Arbeitsgerät des Airbrushers ist aber die Spritzpistole. Diese gibt es als "single action" oder "double action", je nachdem, ob nur die Luft oder Luft und Farbe getrennt voneinander zu regulieren sind. 

An Farben mangelt es den meisten Airbrushern nicht, denn die Auswahl ist groß. Alles, was durch die Spritzpistole paßt, ist geeignet: Öl-, Aquarell-, Latex- und Wasserfarben sind ebenso dafür geeignet wie solche auf Acryl- oder Kunstharzbasis. Für einen gleichmäßigen Farbauftrag ist das richtige Mischungsverhältnis zwischen Farbe und Verdünnung ausschlaggebend. Die Farbe sollte dabei eine Konsistenz von "Milch" haben.
 


Iwata Micron CM-SB, 
meine persönlichen 
Lieblings-Airbrush-Pistole



Die Geschichte der Airbrush
Lest hier die Geschichte der Airbrush. Ihr erfahrt alles wissenswerte über die jenigen Personen, welche dieses faszinierende Gerät erfunden und verwendet haben ebenso wie die Techniken, zu denen die erste Spritzpistole kommerziell benutzt wurde. Außerdem findet Ihr ganz unten das weltweit erste erschienene Airbrush - Journal aus dem Jahre 1891.
...wie alles begann
Viele Spritztechniken sind von der Menschheit in ihrer Sehnsucht nach kreativen Maltechniken angewandt worden. Nehmt nur mal die Beispiele aus der Steinzeit vor ca. 25 - 30.000 Jahren, wo Höhlenmenschen Farbstoffe durch Schilf- oder Knochenröhrchen bliesen. Kunstwerke aus dieser Zeit sind noch heute in den Höhlen von Lascaux in Südfrankreich zu sehen. Auch den einfachen Zerstäuber gibt es schon seit Ewigkeiten und die Ägypter pumpten mit einem Blasebalg Luft durch ein Rohr, um Farbe aufzutragen. Natürlich waren die Ergebnisse einfach und sind mit der heutigen Technik und Methode nicht zu vergleichen.

Malereien belegen, daß bereits im Japan des 17. Jahrhunderts und in Europa und Amerika des 19. Jahrhunderts mit Gerätschaften gearbeitet wurde, welche der heutigen Spritzpistole ähnlich waren. Ein solches Gerät wurde im Jahre 1878 von Abner Peeler, einem Juwelier aus Webster City, Iowa, entwickelt. Sein erstes Werk damit war ein retuschiertes Foto mit einem Selbstportrait. Damals waren Fotovergrößerungen von sehr schlechter Qualtität, so daß er seinen Sprühapparat zuhilfe nahm, um es zu verbessern.



In seinem Patentantrag im April 1882 vermerkte er, daß mit diesem Instrument “Farbmischungen erzielt werden können, wie sie beim Malen mit dem Pinsel kaum denkbar wären”. Konkret empfahl Peeler seinen Sprühapparat zur Fotoretusche und zum Malen von Portraits, also in jenen Bereichen, wo es auf sorgfältige Farbgebung besonders ankommt. Als einen wesentlichen Hauptbestandteil nennt er eine Kammer, vor Gebrauch mit mit einer seitlich angebrachten Fußpumpe aufgepumpt, welche die Luft zuführt. Der “Paint Distributor”, wie Abner Peeler sein Instrument nannte, war aus alltäglichen Gebrauchsgegenständen zusammengebaut. Als Farbbehälter diente ein Teelöffel, in den vorne eine kleine Rinne eingefeilt wurde. In diese Rinne wurde dann eine normale Haushaltsnadel eingesetzt. Die Nadel wurde ein wenig außerhalb der Mitte eines extra angefertigten Gebläserades befestigt, welches durch einen gebogenen Schraubendreher an seinem Platz gehalten wurde. Der Griff bestand aus Holzblöcken, an denen mittls einfacher U - Nieten Röhrchen befestigt waren, die wiederum von Brennern stammten, wie sie Juweliere zum Löten von Silberteilen benutzten.Eine Platte aus gebogenem Metall, die als Handhebel diente, wurde von einer am Griff festgenieteten Spiralfeder herausgedrückt. Eine weitere Niete bewirkte, daß das andere Hebelende einem Gummischlauch die Luft abdrückte. An dieser Stelle war das Ende des Innenrohrs versiegelt und ein Loch nach einer Seite ausgefeilt. Bei Hebeldruck strömte Luft ein. Vom Hauptrohr aus zweigte sich ein zweites Rohr ab, welches die Luftversorgung des Gebläserade übernahm. Dies begann sich zu drehen, und da die Nadel ein wenig aus der Mitte des Rades angebracht war, bewegte sie sich hin und her. Befand sich nun Farbe im Löffel, floß sie in die eingefeilte Rinne und wurde in winzigen Mengen von der Nadel aufgenommen. Jedesmal, wenn die Nadelspitze sich vor das Hauptrohr bewegte, wurde die Farbe weggeblasen und zerstäbt. Kenner der Paasche Turbo kommt dieses Prinzip sicher bekannt vor. Nachfolgend eine Illustration des “Paint Distributor”.
 

Es ist erwähnenswert, daß der Juwelier und Erfinder Abner Peeler auch an der Erfindung der Schreibmaschine beteiligt war sowie an bedeutenden Verbesserungen der Nähmaschinennadeln. Er konstruierte auch ein Luftgewehr und besaß ein Patent auf ein Munitionsmagazin. Vielleicht half ihm seine Kenntnis der Nadelbewegung in Verbindung mit Druckluftprinzipien bei der Erfindung des “Paint Distributor”.

Peeler war ein exzentrischer Erfinder, der nichts mit der Vermarktung seiner Ideen zu tun haben wollte. Seine Erfindung wurde 1881 an Charles und Liberty Walkup verkauft. Er nahm danach noch zwei Verbesserungen vor und übertrug das volle Patent den Gebrüdern Walkup. Charles sorgte für das notwendige Geld; aber es war Liberty, der die Idee aufgriff und das Potential dieses Instruments erkannte. Vielleicht hat er auf seine Frau Phoebe gehört, sie war eine begabte Portraitkünstlerin. Mrs. Walkup machte sich den “Paint Distributor” zunutze und probierte ihn auf Portraits aus, die sie dann verkaufte.

Als ehemaliger Schulmeister, Farmer, Ladenbesitzer und Bibelverkäufer scheint es ungwöhnlich, daß ausgerechnet Liberty Walkup eine Airbrush - Fabrik auf die Beine stellte. Er war im Dezember 1880 nach Rockford, Illinois umgezogen und pries die Vorzüge des “Paint Distributors“ an, während er eine Nickelblechfabrik erbaute, die Rockford Manufacturing Company. Rockford war ein idealer Standort und 1882 ließ Walkup ein aktualisiertes Patent auf seinen eigenen Namen eintragen, mit neuen Hebeln zur Kontrolle der Luftverteilung und Nadelbewegung war diese neueste, verstellbare Ausführung ein sehr praktisches Gerät, und zahlreiche Geschäftsleute boten finanzielle Hilfe an. Am 29. März war es dann soweit, die Rockford Manufacturing Company ging an die Börse. Noch immer unter dem Namen Paint Distributor (Farbverteiler) wurde es nun ernst.

Die Geburtsstunde der Airbrush
Im Oktober 1883 wurde vorgeschlagen, die Firma in “The Air Brush Manufacturing Company” umzubenennen.Diese wichtige Entscheidung fand auf einer Aktionärsversammlung statt, die am 6. Oktober 1883 zusammentrat. Der Name “Air Brush” war geboren.

Einer der Aktionäre war Will McEntee, der schon vor der Firmengründung mit Liberty Walkup zusammengearbeitet hatte. Er brachte nicht nur Geld ein, sondern auch Talent. Er genoß schon einen guten Ruf als Portraitkünstler und erwies sich als wertvoller Verbündeter. Indem er öffentlich verkündete, er vollende seine Portraits nun in einem Bruchteil der Zeit, die er mit konvetionellen Methoden brauchte, schlug McEntee die Laufbahn als offizieller Firmenkünstler ein. Er hatte großes Vertrauen in das Instrument, weil er schon im ersten Monat, in dem er es benutzte, 1.200$ verdient hatte, für die damalige Zeit eine nicht ganz unerhebliche Summe.

Kurz nach der Aktionärsversammlung wurden weitere Entwicklungen der Air Brush beim Patentamt angemeldet, diesmal im Mai 1884. Diese Neuentwicklungen gaben dem Künstler nun über einen einzige Hebel,der heruntergedrückt wurde, wenn man Luft haben wollte und zurückgezogen wurde, wenn man Farbe haben wollte, vollständige Kontrolle, dieses Prinzip wurde bis heute beibehalten.

Sowohl McEntee als auch Phoebe Walkup demonstrierten die Air Brush erfolgreich in den USA. Einmal fertigte McEntee bei einem Abendessen im Clover Club in Philadelphia zum großen Erstaunen aller Anwesenden ein Portrait eines anderen Gastes in drei oder vier Minuten an, jener Gast war der berühmte Schriftsteller Mark Twain. McEntee hatte sich eine besonders große Airbrush bauen lassen, so daß er Vorführungen vor einem größeren Publikum von der Bühne aus machen konnte. Verschiedene Veranstaltungen wurden in den USA gebucht. In dieser Zeit wurde auch eine Gasmaschine entwickelt, die den Kompressor antrieb und für die Luftversorgung außerhalb der Bühne oder hinter einem Vorhang diente.

1886 nahm Liberty Walkup die Air Brush mit zur Ausstellung des Franklin Institutes in Philadelphia und erhielt dort die Ehrenmedaille in Gold. 1884 hatte man bereits die Silbermedaille für den Beitrag zur Kunst erhalten.

Bis 1888 gingen Bestellungen aus der ganzen Welt ein und die Firma war gezwungen, sich nach größeren Räumlichkeiten umzusehen, um der Nachfrage nachkommen zu können. Es bestand derart viel Interesse an dem Air Brush, daß die kleinen Kurse, in denen sein Gebrauch demonstriert und gelehrt wurde, aus allen Nähten platzten. Aus diesem Grund wurde die “Illinois Art School” gegründet. Die Studenten kamen aus den gesamten USA und einer der ersten Lehrer aus Paris.

Jedoch zogen 1890 dunkle Wolken am Horizont auf. Bis dahin hatte Liberty Walkup kaum finazielles Interesse an der Firma und er verließ sich auf sein Eigentum an Design und Patent. Andere Vorstandsmitglieder versuchten, ihn kaltzustellen und es kam zu einem Machtkampf. Anscheinend warf jenen Mitgliedern die Firma nicht genügend Profit ab und wollten das Ruder an sich reißen. Letzlich behielt aber Liberty Walkup mit Hilfe der Aktionärsmehrheit die Oberhand und entließ seine Mitdirektoren.

Ein ortsansässiger Geschäftsmann namens W. W. Bennett erklärte sich bereit, Walkup während dieser Krise finanziell zu unterstützen und brachte seinen Sohn, Mr Will Bennett Jr. mit, welcher nicht nur seinen Vater als Sekretär und Kassenwart unterstützte, sondern 1891 erstmals auch ein “Air Brush Journal” herausbrachte. Obwohl der Verlag anfänglich nur Kataloge und Unterrichtsmaterial herausbrachte, entwickelte er sich mit der Zeit zu einem interessanten Meinungs- und Ideenforum. Im Anzeigenteil wurden Künstlertreffen angekündigt und es wurde für Gebrauchsgegenstände und Dienstleistungen geworben. Es war sogar eine Anzeige eines gewissen Charles L. Burdick enthalten. Das Air Brush Journal erschien zwei Jahre lang, bevor es sich in “The Progressive Art Journal” umbenannte.
Die erste Ausgabe des “Airbrush Journal” könnt ihr weiter unten begutachten.

1893 fand die Weltmwsse in Chikago statt, auf der auch Walkup's Air Brush ausgestellt wurde. Zu seinem Leidwesen wurde aber auch ein anderes Farbzerstäubungsgerät ausgestellt, welches einen Preis erhielt, während er leer ausging. Dies war dann der entgültige Wendepunkt für die originale Air Brush. Liberty Walkup machte bis 1916 weiter konnte aber das Potential seiner Arbeit nicht voll ausschöpfen. Er starb am 19. Oktober 1922 und die Firma wurde 1927 aufgelöst.

Ein weiteres Patent von 1888 aus USA beweist, daß sich zu jener Zeit noch mehr ideenreiche Bastler mit der Materie des Farbauftrages mittels Zerstäubung auseinandersetzten.

Der Aquarellmaler Charles L. Burdick entwickelte eine Gerätschaft, mit dem er gleichmäßige Farbschichten auftragen konnte, ohne die mit Pinseln üblichen Wolken zu erzeugen. Er war wohl auf der Suche nach einem Verfahren, das seinen Werken ein weicheres Aussehen verlieh. Dabei machte er sich das der Airbrush zugrunde liegende physikalische Gesetz zunutze, welches Daniel Bernoulli im Jahre 1730 vereinfacht ausgedrückt folgendermaßen beschrieb:

“In der näheren Umgebung eines schnell strömenden Mediums entsteht Unterdruck”. 
Burdick baute eine Flüssigkeitsspritze mit integrierter Nadel und Luftkappe, durch die er Luft blies. Die Farbe wurde aus einem innenliegenden Farbnapf angesaugt und durch die winzige Düse auf den Malgrund aufgetragen, der Luftschlauch wurde aufgesteckt. Burdick ließ seinen Aerographen 1893 in England patentieren und fertigte dieses Gerät in seiner Firma “Fountain Brush”. Die Verbreitung des Aerographen ging rasch voran.

Es tauchten weitere Namen wie Alan DeVilbiss und Jens A. Paasche, ein in die USA emigrierter Waffenschmied aus Norwegen, auf. Er arbeitete bei einer Firma namens Thayer & Chandler, die er allerdings wieder verließ. Im Jahre 1905, nachdem Jens Paasche als Mitbegründer der “World Airbrush Company” auch diese wieder verließ, erteilte das Patentamt seiner neu gegründeten eigenen Firma das erste Patent. Dabei handelte es sich um den auch noch heute so genannten “Turbo - Airbrush”, welche seit 1912 nur noch in kleinen Details verändert wurde. Das Funktionsprinzip ist dem Air Brush von Liberty Walkup sehr ähnlich. Desweiteren konstruierte er 1920 den “Air Eraser”, ein Mini - Sandstrahlgerät, welches wie eine Spritzpistole funktioniert, jedoch feines Schleifpulver versprüht. Mit diesem Instrument kann man bereits aufgetragene Farbschichten bedingt wieder entfernen. Auch dieses Intrument ist heute noch erhältlich.
DeVilbiss vervollkommnete das Saugsystem für die Airbrush. Thayer & Chandler, DeVilbiss und Paasche sind Firmen, welche auch noch heute existieren und im Laufe der Zeit viele Neuerungen auf den Markt brachten.

Die Airbrush hatte viele Befürworter, aber auch viele Gegner, die der Meinung waren, daß diese Maschine dem Anwender einen unfairen Vorteil bieten würde, und so wurde sie schnell zum allgemeinen Diskussionsgegenstand. Die konservativeren Künstler behaupteten, daß man gar nichts können müsse, um mit dem Airbrush umzugehen, wohl aber sahen sie sie in Wirklichkeit als eine Bedrohung. Auch wurde die Arbeit mit der Spritzpistole nicht als besondere künstlerische Leistung anerkannt. Die Royal Academy hielt Burdick's Werkzeug für zu mechanisch und ließ es deshalb auch nicht zu. Es bestand die Auffassung, daß mit mechanischer Hilfe gemalt würde und aufgrund fehlender Berührung des Werkzeuges mit dem Malgrund kaum Ausdruck entstehen könne.

In den 30iger Jahren entstanden die ersten bedeutenden Werke mit der Spritzpistole: Anzeigen, Zeitschriftenillustrationen und Poster. Persönlichkeiten wie Bayer, Masseau, Brodovitch und viele andere revolutionierten mit unterschiedlichen Stile die künstlerische Ausdrucksform der Werbegrafik.

Doch erst in den 40igern, ausgerechnet während des zweiten Weltkriges, erfuhr die Ausdruckskraft der Spritzpistole einen wirklichen Aufschwung. Wirkung und Symbolismus sind Eigenschaften, die in jedem Kunstwerk vorhanden sein müssen. Das eigentliche Interesse der von den Schrecken des Krieges traumatisierten Gesellschaft galt jedoch dem optischen Eindruck einer dritten Dimension.

Unerklärlicherweise nahm mit dem Ende des Krieges die Popularität und die Verwendung der Spritzpistole wieder ab. Sie wurde erneut hauptsächlich für das Retuschieren von Fotografien eingesetzt und wurde als Hilfsmittel für die Gestaltung von Buchumschlägen und Schallplattenhüllen benutzt. Zur selben Zeit stieg jedoch der Einsatz der Spritzpistole für Cartoons ond für die Herstellung von Zeichentrickfilmen.

Die Wiederentdeckung der Spritzpistole fand in den Sechzigern statt, zu jener Zeit, als Kultur, Kunst, Musik, Mode und Sitten nach neuen Ideen Ausschau hielten. Die Werbegrafik benötigte ebenfalls neue Ausdrucksformen, und die Spritzpistole kam ihr dabei gerade recht. Zu jener Zeit, in den frühen Sechzigern, gründete Walter A. Schlotfeld, ein Maschinenbauingenieur und Wekzeugmacher, die Badger Airbrush Company, die sich schnell zum Großanbieter entwickelte. Schlotfeld stattete die Badger - Spritzpistolen mit einigen zusätzliche Features aus und produzierte 1964 große Stückzahlen.

Heute ist die Airbrush nicht mehr auf die Fotoretusche oder die Gebrauchsgrafik beschränkt. Sie wird sehr erfolgreich auch auf anderen Gebieten der Kunst eingesetzt. Kunstmaler verwenden die Spritzpistole, um die technische Qualität ihrer Werke zu verbessern. In der Filmindustrie ist der Einsatz der Spritzoistole von entscheidender Bedeutung, insbesondere bei der Anfertigung von Modellbauten für aufwendige Science - Fiction - Filmen.

Die Airbrush, so wie wir sie heute kennen, ist wahrscheinlich das vollkommenste und ausgefeilteste Instrument, um Farbe mit äußerster Präzision zu zerstäuben und auf allen erdenklichen Untergründen aufzubringen.