Schon 1870 warnte ein Kritiker: " In ernsthafter Gefahr befinden sich allerdings die Ungebildeten, nämlich jene, die über zu wenig Idealismus verfügen, um die Bedeutung des nackten Körpers zu verstehen. Wer nicht gebildet und kultiviert ist, dem erschliesst sich die «höhere» Wahrheit des Aktes nicht: Das Nackte wird immer das Anstandsgefühl der einfachen Mittel- und Unterschicht verletzen". In der phantastischen Malerei werde Frauen nun häufig als Führungspersönlichkeiten, Kriegerinnen oder Beschützerinnen dargestellt. Ich denke das es den Künstlern und Illustratoren, wie auch mir, nicht darum geht die weibliche Person in irgend einer Art auszunutzen. Es geht vielmehr darum etwas schönes darzustellen. Das den Betrachter, in den Bann zieht, um in eine Welt der Phantasie einzutauchen. Alberto Vargas meinte einmal "Ein hübsches Mädchen ist wie eine schöne Melodie" und " Was gibt es schöneres als sie zeichnen zu dürfen ?" Der chinesische Philosoph Laotse Mao Tse Tung meinte dazu "Das was meist verborgen ist, ist es manchmal Wert gezeigt zu werden". Nun, dem möchte ich mich anschließen. G.U.Geiger
"Hot cherry and art"
Das Bild des nackten Körpers reflektiert wie kein anderes Thema der Kunst Extrempositionen progressiver und konservativer Verhaltensweisen einer bestimmten Gesellschaft gegenüber moralischen, religiösen, soziologischen und ästhetischen Fragen. Die Rezeption ist das Problem. Damals wie heute. Die nackte Frau ist ein heikles Motiv, das im Unterschied zu einem Stillleben oder einer Landschaft unterschiedliche Wahrnehmungsebenen aktiviert. Königin Victoria, war es selbst, die der Aktmalerei Vorschub gab, wenn sie Jahr für Jahr ihrem Prinzgemahl Albert als «Sinnbild ihrer reinen Liebe» ein Aktbild schenkte. Während Victorias Regentschaft, die 1837 begann und 1901 mit dem Tod der Monarchin endete, erlebte die englische Aktmalerei trotz den Ängsten, mit denen Nacktheit und Sexualität im offiziellen Gesellschaftsleben belegt waren, eine Blüte. Kolorierte Drucke und photographische Reproduktionen sorgten für allgemeine Verbreitung, und die neuen Medien Photographie und Film generierten zudem eine Flut eigener Bilder. Die Reaktion auf das Nichtverstehen war im besten Fall Prüderie. Das Argument, dass Nacktheit den «nichtkünstlerischen Geist» zum Laster verführe, wurde von der «Society for the Suppression of Vice», deren Machtinstrument weitreichende Gesetze waren, vehement verfochten. - Denn der nichtkünstlerische Geist bewundert nicht das Kunstobjekt; für ihn wird der Akt - damals wie heute - vielmehr zum Objekt erotischer Erregung, die «zuerst im Kopf, dann in der Tat zur Lüsternheit» führt, wie ein Berichterstatter im «Magazine of Art» 1894 wusste. Das Pin-up - Eine kurze Geschichte über das Pin-up Pin-up der Begriff wurde im Zweiten Weltkrieg offiziell, aber Pin-up-Girls und Fotos von ihnen gab es natürlich schon länger. Bilder von hübschen Frauen, die Soldaten in ihren Unterkünften an die Wand pinten, prägten wegen der Befestigungsmethode den Ausdruck Pin-up. Buchstäblich soll ein Pin-up ein Mädchenbild sein ( gemalt in Pastell, Wasserfarbe Acryl oder Öl ) welches an der Wand hängt oder in Plakat oder Kalenderform Verbreitung findet. Ein Pin-up muß, um diesen Namen zu verdienen, genaue Charakteristiken haben. Dies umfaßt die Haltung des Mädchen, die unbedingt sinnlich sein sollte, oder die Kleidung, die aufreißend dargestellt sein sollte, nie ganz fehlend aber alles erahnend sogar auch einmal transparent. Einige Experten sind auch strickt dagegen das ein Pin-up mit einem anderen fremden Element, z.B. einen Männlichen Partner, auf einem Bild zu sehen sind. Der Hintergrund sollte weiß sein um den Betrachter nicht vom wesentlichem des Bildes abzulenken. Doch bald merkte man, daß fremde Elemente im Bild die Phantasie des Betrachters noch beflügeln konnte. Welpen die sowohl die Röcke ihrer Herrinnen als auch den Blutdruck der männlichen Betrachter in die Höhe steigen ließen, oder bestimmte Objekte die offensichtlich einen bestimmten Fetisch auslösten. Wenn ein Bild den Betrachter in seinen Bann ziehen kann und es Charme und Sinnlichkeit des Modells ausstrahlt so sollte es hier Erwähnung finden. Meiner Meinung nach kann dies auch bei Abbildungen sein, die aus ihrer ursprünglichen Umgebung des Bildes entfernt wurden. Vorläufer der Pin-up’s kamen aus dem sündigen Frankreich, wo sie im "Moulin Rouge" oder im "Folies Bergères" Cancan tanzten und dabei von Henry Toulouse-Lautrec gemalt wurden. Es war etwa 1877 als auf den ersten Französischen Zeitungen spärlich bekleidete Damen abgebildet wurden. La Vie Parisiene war einer der Ersten und schnell folgten einige andere. Der Hauptautor dieser spärlich angezogenen schönen Mädchen war Raphael Kirchner. Dem Stiel seiner für damaliger Zeit gewagten Kunst, zog schnell andere Künstler wie C. Herouard, George Babier und Pierre Brissard an. Auch ein Künstler Namens Umberto Brunelleschi, geboren 1879 in Montemurlo in der Toskana, zog es zu dieser Kunst und nach Paris. Zeitungen wie Le Jornal, Amusant, Gai-Paris oder Le Sourire entstanden und nutzten die Kunst zur Umsatzsteigerung ihrer Blätter. Kirchner wurde ein Prophet dieser Kunst und sein Pariser Ruhm schwappte auch über den großen Teich nach New York. In Amerika hießen solche Mädchen folgerichtig French Girls, und einer größeren Zahl amerikanischer Männer wurden sie auch bekannt, als diese im Ersten Weltkrieg nach Europa kamen. Die großen französischen Ausstattung - Shows, in denen die Damen ihre Schönheit unter gewaltigen Stoffmengen verbargen, regten amerikanische Veranstalter zur Nachahmung an. |
![]() |