Hier finden sie einige Beispiele die in der Ausbildung des Maler- und Lackiererhandwerk von Bedeutung sind. Diese Beispiele können jedoch auch dem Künstler und Illustrator von großem Nutzen sein .

Das Wappen des Maler- und Lackiererhandwerkes


Was ist Farbe ? - Eine Definition von Farbe
Zunächst eine Aussage von O.Guckenberger "Farbe ist ein vom Auge vermittelter Sinneseindruck" und H. Küppers meinte: "Farbe (ist) nichts Beständiges und nichts objektiv Faßbares. Prinzipiell ist sie nichts anderes als eine Empfindung im Sinnesorgan des Betrachters." Daraus folgt schon, das es sehr schwer bis unmöglich ist, Farbe exakt zu definieren. Das Deutsche Institut für Normierung hat es trotzdem getan, und herausgekommen ist dabei folgendes: "Farbe ist diejenige Gesichtsempfindung eines dem Auge strukturlos erscheinenden Teiles des Gesichtsfeldes, durch die sich dieser Teil bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge von einem gleichzeitig gesehenen, ebenfalls strukturlosen angrenzenden Bezirk allein unterscheiden kann." (DIN-Standard 5033) Farbe wird mit dieser Definition vom Farbreiz unterschieden. Der Farbreiz ist eine physikalisch meßbare Strahlung im Wellenlängenbereich von ca. 380 bis 780 nm. 


Subtraktive- und Additive Farbmischung:


Die "Subtraktive" Mischung: Für "Körperfarben" gilt das Prinzip der subtraktiven Mischung, das man von den normalen Malfarben her kennt. Beim Zusammenmischen zweier Farben verringert sich die Menge des reflektierten Lichtes, so daß man irgendwann einmal bei Schwarz landet, weil alles absorbiert wird. Bei der "Additiven" Mischung : Im Gegensatz dazu spricht man von additiver Mischung, wenn sich der Wellenlängenbereich des Lichtes vergrößert. Das passiert, wenn man Lichtquellen "vermischt" bzw. überlagert. Hier erreicht man in der Mitte die Farbe weiß, wenn man genug verschiedenartige Lichtquellen zusammenmischt. Wie es z.B. bei Ausstrahlungen von Fernseh oder Kino vor kommt, in dem Farbreflexe das gesehene Bild darstellen.
Farbtechnik und Raumgestaltung:
Am oberen Beispiel sehen sie eine Flächengliederung. 
Die Aufteilung der Flächengliederung, das Design,  wurde von einem Arbeitsblatt im Maßstab 1:10  auf einen Quadratmeter vergrößern. Die Farben zu diesem Beispiel wurden vorgegeben um ein einheitliches Farbschema zu gewährleisten. Folgende Farben wurden dazu verwendet: 1. Weinrot,  2. Aprikose,  3. Siam,  4. Gelb,  5. Violett,  6. Blau. An diesem oberen Beispiel kann man gut erkennen, das obwohl die selben Farben verwendet wurden, es sich um zwei unterschiedliche räumliche Darstellungen handelt.
Bei diesen beiden Flächengliederungen wurden zum einen ein harmonierender Zusammenhalt erstellt und zum anderen ein Kalt-Warm-Kontrast. Der Unterschied darin ist das bei einen harmonierenden Farbkonzept meistens Farben verwendet werden die unmittelbar bei einander liegen wie z.B. Rot + Gelb = Orange. Das bedeutet das wenn man Rot mit Gelb mischt entsteht Orange. Wenn man nun diese drei Farben miteinander in verbindung bringt so entsteht ein Farbschema das miteinander harmonisiert. Kalt-Warm-Kontrast: Der Kalt-Warm-Kontrast beruht auf subjektiven Empfindungen. Rotorange gilt als wärmste und Blaugrün als kälteste Farbe. Im Beispiel stehen die wärmeren Farben gemischt mit den kälteren als eine Flächenstruktur. Temperaturempfindungen von Farben sind aber immer relativ.
Schrift: Eine kurze Geschichte zur Entstehung der Schrift
Die Schrift als solche war schon immer eine bildhafte Darstellung. So wird sie auch heute noch dazu verwendet um Mitteilungen in Form von Bücher, Logos, Plakaten, Werbung oder anderen bildhaften Darstellungen zu machen.

Bilderschriften, gab es bereits schon 10 000 v.Chr. Dabei sind uns auch die Bogenschützen aus einer spanischen Höhlenmalerei bekannt.

Ungefähr zur selben Zeit, so um 3000 v.Chr. entstand die, sowie die Babylonisch - Assyrische Keilschrift. Die Zeichen der Ägyptische Hieroglyphenschrift  wurden ebenfalls als Wort-, Laut- und Deutzeichen verwendet. 

Die Babylonisch-Assyrische Keilschrift, 
Die Keilschrift entwickelte sich vom Bild zur Strichform. Sie bestand aus Wort-, Laut- und Deutzeichen. Da es ein leichteres war Keile und Striche in Stein zu Meisseln als sie in der selben Geschwindigkeit Bildhaft in der Art der Ägyptische Hieroglyphenschrift darzustellen.

Phönizische Schriftzeichen, das etwa 2000 v.Chr. entstand.
Das phönizische Alphabet besass nur Konsonantenlaute. Es breitete sich nach Griechenland aus.

Zirka 500 v.Chr. entstand das Griechisches Alphabet, 
es war das erste vollständige Alphabet mit Konsonanten- und Vokalzeichen.

Römische Capitalis (Capitalis monumentalis), 1. Jh. In Stein gemeisselte römische Grossbuchstabenschrift. Diese römische Kapitalschrift bildete den Ausgangspunkt für alle europäischen Schriften. So entwickelten sich unteranderen :

im 14./15. Jh. die Textura (Gotisch), eine streng gotische Schrift. Alle Rundungen sind verschwunden, die Schrift ist eng und wirkt gitterförmig. Gutenberg nahm die gotische Textura als Vorbild für seine erste Druckschrift.

Ebenfalls im 14./15. Jh. entstand die Rundgotisch (Rotunda), Nebenform der gotischen Textura. Mischung von runden und gebrochenen Formen. Die Rotunda war die gotische Schrift Italiens und Spaniens.

Die Schwabacher, 15./16. Jh.
Die Schwabacher ist unter dem Einfluss der Buchkursiven und der Rotunda entstanden. Sie ist breiter, runder und offener als die Textura.

Fraktur, 16. Jh.
Die Fraktur ist schlanker als die etwas derbe Schwabacher. Die Grossbuchstaben haben geschwungene Schleifen (Elefantenrüssel).
Johann Schönsperger verwendete 1514 erstmals die Fraktur als Druckschrift.

Renaissance-Antiqua, 15. Jh.
Die Kleinbuchstaben sind von der humanistischen Minuskel abgeleitet. Die Grossbuchstaben haben die Form der römischen Capitalis. Die Kleinbuchstaben wurden durch Anbringen von ausgerundeten Serifen den Grossbuchstaben angepasst.

Einige Schöpfer der Renaissance-Antiqua: 
Nicolas Jenson, Venedig, 1470 / Aldus Manutius, Venedig, 1499 / Claude Garamond, Paris, 1540 / Klassizistische Antiqua, ca. 1800 Der Handschriftcharakter ist verschwunden. Die Serifen und Ansätze sind waagrecht und dünn, die Schriftachse ist senkrecht. Starke Unterschiede zwischen dicken und dünnen Bildlinien.
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Schöpfer der klassizistischen Antiqua waren unteranderem: Giambattista Bodoni, Italien / Firmin Didot, Frankreich / Justus Erich Walbaum, Deutschland 
Serifenbetonte Linear-Antiqua, ca. 1820 Anfangs des 19. Jahrhunderts in England entstanden. Die Ansätze und Serifen wurden blockartig und ebenso kräftig geformt wie die Senkrechten. Serifenlose Linear-Antiqua, ca. 1820 Ebenfalls in England entstanden. Alle Serifen und Anstriche sind weggelassen. Die Bildlinien sind fast gleich dick. 
.....
Diese Schriftform wirkte im Vergleich zu den traditionellen Antiquaschriften für die damalige Zeit grotesk. 

Zum Lehrrahmenplan für das Maler- und Lackiererhandwerk gehört das Lehrlinge die Gotische Schrifttype, mit dem "Plakatschreiber" Pinsel erlernen. Dies erfordert eine ruhige Hand und Geduld in der Ausführung. dazu wird meistens die Klassische im 14./15. Jh. entstandene Textura (Gotik) oder die im 15./16. Jh. entstandene Schwabacher Gotik, verwendet.
Die Gotische Schrift:
Die gotischen Zeugnisse sind mit Ausnahme der in Runen aufgezeichneten Inschriften in Osteuropa in einer eigenen gotischen Schrift überliefert, die Bischof Wulfila (um 311 bis 383) selbst erfunden haben soll und deshalb auch "Ulfilaschrift" genannt wird.  Dabei diente ihm die griechische Unziale (eine Großbuchstabenschrift mit Kursivcharakter) als Vorbild. Für gotische Laute, die im Griechischen keine Entsprechung hatten, setzte er lateinische Buchstaben oder zog das Runenalphabet heran. Um 700 entstand im Reich der Westgoten die westgotische Schrift, eine Form der Minuskel. Bis zum 12. Jh. wurde diese Schrift auf der Iberischen Halbinsel verwendet. Als gotische Schrift bezeichnet man jedoch auch die Schriftarten, die in der Stilepoche der Gotik entstanden. Im 11. Jh. bildete man zunächst in Frankreich die karolingische Minuskel um: der Schriftkörper wurde gestreckt, die Schäfte gebrochen, benachbarte Buchstaben zusammengeschlossen. Die klassische Form wird im 13. Jh. in der "Textura" erreicht. Aus der gotischen Kursive erwuchsen seit dem 14. Jh. neuartige Buchstaben mit Unterlängen beim "f" und "s",  die man mit dem Begriff "Bastarda" bezeichnete. In Deutschland gewann die "Bastarda"  seit dem 16. Jh. in den Druckschriften "Schwabacher" und "Fraktur" große Bedeutung.


Die weitere Schrifttype die im Rahmenlehrplan zu finden ist, ist das erlernen und konstruieren der Grotesk-Schrift. Nachdem die Schüler das Alphabet fertig konstruiert hatten durften  sie ihren eigenen Namen herstellen und diesen dann frei gestalten. Dazu habe ich ihnen ein paar Muster vorgemacht. Die solch eine grafische Möglichkeit der Darstellung sein könnte. Mit Zirkel und Bleistift wurde diese recht einfach zu konstruierende Schrift hergestellt. Die Buchstaben wurden dann mit Dispersionsfarbe ausgelegt und gestaltet. Einige Beispiele hierbei waren Holz, Marmor, Kork, Stahl, Edelstein, Styropor, Kunststoff, und Keramik.
Schriftbeispiele :

Dieses Beispiel ist auch Gotik nur als eine modifizierte Graffiti - Schrift, mit spitz zulaufenden Enden. 

Hier handelt es sich um das Logo zu Diablo II. Das ist ein von der Jugend gerne gespieltes PC-Spiel. Das Bild ist zwar nicht unbedingt das beste Motiv, doch zeigt es den Schülern das Gotik auch heute noch eine angewandte Schrifttype ist und besonders im Fantasybereichen ihre Anwendung findet.

Das Wort "Stone" Stein habe ich aus der Grotesk Schrift konstruiert und als eine Steinskulptur dargestellt.
Dies sind nur wenige Beispiele für Schriften und was man aus ihnen machen b.z.w. wie man sie gestalten kann. Zumindest sind es gute Beispiele die die Schüler zur Mitarbeit motiviert haben. 

Verschiedene Flächenmuster die in einer Dispersionfarbtechnik, von meinen Klassenkameraden und mir, 1995 an der Meisterschule in Stuttgart - Feuerbach erstellt wurden. Das Vierte oben, von links, war damals meines.

An dieser Stelle, möchte ich meinen Schülern von 2002 und meinem Kollegium einen Dank aussprechen für ihreMitarbeit und Unterstützung damit eine Seite wie diese entstehen konnte, die gleichsam für Maler- und Lackierer sowie für Künstler eine Hilfe und Information sein kann.


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